Zum Tod von Generaldirektor i.R. Karl-Adolf Loskant: Ein Mann mit Unternehmergeist, Mut und Kreativität

03.02.2006 | Münster
Das Heimweh seiner Frau war eigentlich der Auslöser, sich eine Tätigkeit in Münster zu suchen. Karl-Adolf Loskant, bis zum 31. März 1967 als Oberregierungsrat beim Bundesaufsichtsamt für das Versicherungswesen in Berlin tätig, dachte eigentlich an eine berufliche Laufbahn beim Landschaftsverband.

Doch ein Gespräch mit seinem späteren Vorgänger Bruno Helberg vertiefte die Kontakte in die Westfalenmetropole.

Am 1. April 1967 begann er seine LVM-Tätigkeit im Vorstand, 1974 übernahm er dessen Vorsitz. Der am 28. Januar 1928 in Stettin geborene Sohn eines Bankdirektors lernte frühzeitig mit Geld umzugehen, was für ihn sicherlich in seiner Tätigkeit für den LVM hilfreich war. In seiner Ära wurde der Betrieb der Sachsparte aufgenommen und die LVM-Töchter Rechtschutz-, Leben- und Krankenversicherung gegründet. Er sorgte dafür, dass der versicherte Personenkreis nicht mehr rein auf die Landwirtschaft begrenzt blieb. Die Ausdehnung des Geschäftsgebietes auf die 5 neuen Bundesländer im Jahre 1990 wurde bereits 1991 durch einen erfreulichen Geschäftsverlauf belohnt. Die Anzahl der Versicherungsverträge entwickelte sich unter seiner Führung von 560.000 auf 5,3 Millionen. Die Mitarbeiterzahl stieg von 300 auf 2.400 an. Sein Hauptaugenmerk richtete er stets auf innerbetriebliche Abläufe. Trotz der wachsenden Größe betrachtete er den LVM immer als Familienbetrieb und lebte seinen eisernen Grundsatz vor: Behandle Deinen Partner so, wie Du selbst gern behandelt werden möchtest.

Heinrich Ostrop, zu Loskants Zeit Aufsichtsratsvorsitzender des LVM, würdigte ihn anlässlich seines 60. Geburtstages als Vertreter einer Spezies, die Platz braucht für Unternehmergeist, Mut und Kreativität. Alles, was im besten Sinne einen Manager ausmache. Karl-Adolf Loskant sah sich nie als Manager, sondern immer als Weichensteller eines Versicherungsunternehmens.

Dabei passt seine damalige Vorgehensweise durchaus in die heutige Zeit. Analytisch betrachtete er auch die ferne Zukunft seines Unternehmens, spielte mit dem Gedanken einer europäischen Ausweitung genauso wie mit dem Kauf einer unternehmenseigenen Bank. Letzteres holte sein Nachfolger mit dem Erwerb der Augsburger Aktienbank AG im Jahre 2002 nach. Karl-Adolf Loskant war nie Theoretiker, sondern bevorzugte die pragmatische Argumentation. Dies insbesondere in den zahlreichen Kommissionen des Gesamtverbandes der Versicherungswirtschaft und Ausschüssen des HUK-Verbandes. Loskant zeigte sich auch als engagierter Förderer der münsterischen Kunst, insbesondere als Motor des Fördervereins für das Stadtmuseum Münster, dessen Vorsitzender er lange Jahre war. Beim Landgericht Münster war er jahrelang als ehrenamtlicher Handelsrichter tätig. In Anerkennung seiner besonderen Verdienste wurde Karl-Adolf Loskant 1985 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.

Als er 1992 in den Ruhestand ging, hatte sich der LVM unter seiner Führung zu einem wachstumsstarken und außerordentlich wettbewerbsfähigen Unternehmen entwickelt. Aus dem landwirtschaftlich berufsständischen Spezialversicherer war ein bundesweit tätiger, für jedermann zugänglicher Rundum-Versicherer geworden.

Als Mitglied des Aufsichtsrats der Tochtergesellschaft LVM Rechtsschutz AG war er bis zu seinem Tode tätig. Auch in den letzten Jahren bewies er immer wieder in seinen Kontakten zum LVM, wie sehr er die aktuelle Entwicklung des Unternehmens verfolgte.

Er war ein guter Nachdenker, ein wacher Mitdenker und ein mutiger Vordenker. Karl-Adolf Loskant verstarb am 1. Februar 2006 kurz nach der Vollendung seines 78. Lebensjahres.

Quelle: Pressemeldung LVM Versicherungen

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