Mailänder Scala: die Schaffensstätte des Giuseppe Verdi
1836 wurde er Musikdirektor in Busseto und heiratete Barezzis Tochter Margherita.
1839: Oberto an der Mailänder Scala
Mit 25 Jahren ging Verdi erneut nach Mailand. Dort wurde seine erste Oper Oberto an der Scala im Jahr 1839 mit mäßigem Erfolg aufgeführt. Sein nächstes Werk, die komische Oper Un giorno di regno (1840; König für einen Tag) erwies sich als Fehlschlag, worauf Verdi, der zudem den Tod seiner Frau und zweier Kinder betrauerte, sich entschloss, das Komponieren aufzugeben. Nach über einem Jahr gelang es jedoch dem Direktor der Scala ihn zu überreden, ein weiteres Werk zu verfassen: Nabucco (1842; Nebukadnezar). Die Oper erwies sich als Sensationserfolg. Sie handelte von der babylonischen Gefangenschaft der Juden, und die italienische Öffentlichkeit deutete sie als Metapher für den Freiheitskampf gegen die österreichische Vorherrschaft in Norditalien. I Lombardi (1843; Die Lombarden auf dem ersten Kreuzzug) und Ernani (1844), die sich als große Erfolge herausstellten, folgten, aber von den nächsten elf Opern Verdis gelangten nur Macbeth (1847) und Luisa Miller (1849; Luise Miller) in das Standardrepertoire der Opernhäuser. Verdis drei folgende Werke Rigoletto (1851), Il Trovatore (1853; Der Troubadour) und La Traviata (1853) gelangten zu internationalem Ruhm und gehören noch immer zu den beliebtesten Opern überhaupt.
Zu den in seiner Lebensmitte komponierten Opern zählen Un ballo in maschera (1859; Ein Maskenball), La forza del destino (1862; Die Macht des Schicksals) und Don Carlo (1867). In diesen Opern zeigt sich eine größere Meisterschaft in der musikalischen Ausformung der Charaktere und eine stärkere Betonung der Rolle des Orchesters als in seinem Frühwerk.
Mailand 1871: Verdi komponiert die Aida zur Eröffnung des Suezkanals
Aida (1871), die wohl berühmteste Oper Verdis, die ebenfalls aus diesem Zeitraum stammt, wurde vom Khediven von Ägypten zur Feier der Eröffnung des Suezkanals in Auftrag gegeben. Die Uraufführung fand in Kairo statt. Zwei Jahre später komponierte Verdi sein bedeutendstes Werk außerhalb des Opernschaffens, die Messa da Requiem, zum Gedenken an den italienischen Schriftsteller und Freund Alessandro Manzoni (eine Fassung des Libera me hatte Verdi bereits für Rossinis Begräbnis geschrieben, der 1868 gestorben war). Darüber hinaus schrieb Verdi einige weitere Kompositionen außerhalb des Opernschaffens, wie die dramatische Kantate Inno delle nazioni (1862; Hymnus der Nationen) sowie das Streichquartett e-Moll (1873).
Im Alter von über 70 Jahren schrieb Verdi seine vielleicht kunstvollsten Opern. Otello (1887) wurde nach einem Libretto von Arrigo Boito nach Shakespeares Tragödie Othello geschrieben. Darauf folgte Verdis letzte Oper Falstaff (1893), deren Libretto ebenfalls von Boito nach Shakespeares Vorlage geschrieben worden war, und die als bedeutendste komische Oper überhaupt gilt. In den neunziger Jahren komponierte er noch zwei geistliche Werke, das Te Deum (1895) und Stabat mater (1897). Er starb am 27. Januar 1901 in Mailand.
Verdis Opernschaffen, das an seine Vorgänger Rossini, Mercadente, Donizetti und Bellini anknüpfte, wird aufgrund der Gefühlsintensität und der dramaturgischen Vollendung, der herrlichen Melodien und der psychologisierenden Charakterisierungen geschätzt. Er verwandelte die italienische Oper, die bis dahin auf traditionellen Stoffen und altmodischen Libretti beruhte, in ein einheitliches musikalisches und theatralisches Gesamtkunstwerk. Seine Opern zählen heute zu den weltweit meistaufgeführten Werken.
Quelle: Pressemeldung Veranstaltungsbüro Halbauer
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