Eine Unternehmerin des 18. Jahrhunderts: Louisa Catharina Märcker

04.03.2010 | Münster
Salon "Frauenbilder" im LWL-Industriemuseum Zeche Nachtigall

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) lädt zum nächsten "Salon Frauenbilder" am Donnerstag, 11. März, um 18 Uhr in sein Museum Zeche Nachtigall in Witten ein. Diesmal findet der Salon anlässlich des "Wittener FrauenMärz" statt. Vorgestellt wird Louisa Catharina Märcker (1718-1795), die nach dem Tod ihres Mannes, dem Unternehmer Johann Caspar Harkort, 30 Jahre lang erfolgreich das Familiengeschäft führte und damit den Bestand des Unternehmens sicherte. Haus Harkorten entwickelte sich in der Zeit der "Märckerin" zu einem gesellschaftlichen Mittelpunkt in der Region, wo sich Kaufmannschaft, örtliche Pfarrer und aufgeklärte preußische Verwaltungsbeamte trafen und austauschten. Referentin des Salons ist Dr. Alexandra Bloch-Pfister aus Münster, die eine Publikation über Louisa Catharina Märcker veröffentlicht hat.

Louisa Catharina Märcker

Louisa Catharina Märcker (1718-1795) stammte aus einer geachteten Beamtenfamilie und wurde am Hof der Fürstäbtissin in Essen erzogen. Im Alter von 30 Jahren heiratete sie Johann Caspar Harkort. Die Harkorts waren ein weit verzweigtes, wohlhabendes Geschlecht aus Hagen, dessen wirtschaftliche Basis und Erfolg auf dem Zusammenspiel von Landwirtschaft, Metallverarbeitung und Handel beruhte. Nach nur dreizehn Jahren Ehe starb Johann Caspar, und ließ neben fünf unmündigen Kindern seine Frau und sein Unternehmen zurück.

Während der folgenden 30 Jahre führte die Witwe Harkort das Unternehmen: Während dieser Zeit sicherte und mehrte sie mit großem unternehmerischem Erfolg Besitz und Vermögen ihrer Familie. Sie führte nicht nur die Firma unbeschädigt durch den siebenjährigen Krieg, wozu ihre guten Beziehungen zur Fürstäbtissin nicht unwesentlich beitrugen. Sie förderte auch das Wachstum der Firma zwischen 1770 und 1790, baute den Export aus und legte neue Hämmer an. Außerdem erweiterte sie die Produktpalette. Wiederholt übernahm sie als gewählte "Deputierte" die Rolle einer Sprecherin des regionalen, märkischen Wirtschaftsbürgertums.

Die Märckerin verfügte über einen intuitiven Geschäfts- und Unternehmer(innen)sinn und führte ihr Unternehmen mit Weitsicht und großer Selbstverständlichkeit. Ermöglicht wurde ihre Position dadurch, dass im 18. Jahrhundert die berufliche Rollenzuschreibung in den führenden sozialen Schichten noch nicht starr nach geschlechtsspezifischen Rollenvorstellungen erfolgte. Diese begannen sich verstärkt im Zuge der Industrialisierung im 19. Jahrhundert herauszubilden und schränkten den Spielraum, der diesen Frauen vor 1800 zugestanden worden war, ein.

Für Getränke und Gebäck ist wie immer gesorgt. Musikalisch umrahmt wird der Salon mit Hausmusik der Klassik und der beginnenden Romantik, die von Hayden, Mozart und Beethoven für ihre Schüler komponiert wurde. Wer kennt nicht das Klavierstück "Für Elise"?

Eine Anmeldung zu der Veranstaltung ist nicht erforderlich. Der Eintritt ist frei

Quelle: Pressemeldung Landschaftsverband Westfalen-Lippe

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