Ein Deutscher wird Papst
Rom, Dienstag, 19. April 2005. In den frühen Abendstunden steigt aus dem Schornstein der Sixtinischen Kapelle weißer Rauch auf. Es ist das Zeichen, dass das Konklave einen neuen Papst gewählt hat.
Die Glocken läuten, tausende Menschen strömen auf den Petersplatz. Alle wollen wissen, wer der neue Pontifex ist. Kardinalprotodiakon Jorge Arturo Medina Estévez verkündet die berühmten Worte: "Habemus Papam." Nach über 400 Jahren wurde wieder ein Deutscher zum Papst gewählt. Aus Joseph Kardinal Ratzinger wurde Papst Benedikt XVI.
Aus der ganzen Welt wurde dem deutschen Volk gratuliert. Auch hierzulande war die Freude groß, dass "wir" Papst geworden sind. Nur wenige Monate später reiste Papst Benedikt XVI. zum Weltjugendtag in sein Heimatland. Millionen Gläubige jubelten ihm damals in Köln zu.
Mit der Übernahme des Pontifikats nach dem Tod Johannes Pauls II. trat Papst Benedikt in große Fußstapfen seines Vorgängers. Über 26 Jahre hatte der Papst aus Polen die Geschicke der katholischen Kirche und ihr Auftreten geprägt, vor allem in den Medien. Eine ganze Generation kannte keinen anderen Papst als Johannes Paul II.
Doch Papst Benedikt XVI. hat es schnell geschafft, aus dem Schatten seines Vorgängers herauszutreten. Einerseits blieb er dessen Ideen treu, wie etwa den Weltjugendtagen oder den Reisen zu den Gläubigen weltweit. Andererseits hat er bereits nach fünf Jahren eigene Fußspuren in der Geschichte hinterlassen.
Rückkehr zum Christusglauben
Sein Grundanliegen ist es, die Menschen zu Christus zu führen. Es zieht sich wie ein roter Faden durch sein Pontifikat und kommt in seinen Predigten, Katechesen, Ansprachen und Texten immer wieder vor.
So auch in seinem Buch "Jesus von Nazareth", das kurz vor seinem 80. Geburtstag im April 2007 unter seinem bürgerlichen Namen erschien. Damit wollte Papst Benedikt XVI. betonen, dass es sich verstärkt um eine private Veröffentlichung handle als um ein lehramtliches Buch. Der Titel des Buches und die Publikation unter seinem bürgerlichen Namen verdeutlichten die grundlegende Überzeugung des Papstes, dass die Rückkehr zum Christusglauben der Kirche die Antwort auf alle Kirchenfragen ist.
Die "innere Freundschaft mit Jesus" ist es, worauf es dem Papst ankommt. Er möchte die Menschen zu den theologischen Kernfragen des Christentums zurückführen, zum Credo, das die Kirche betet. Auch in seinen bisher drei veröffentlichten und viel beachteten Enzykliken ist diese Überzeugung zu erkennen. Vor allem seine erste Enzyklika, "Deus caritas est", die zu Weihnachten 2005 erschienen ist, erhielt weltweit Lob.
Ökumenischer und interreligiöser Dialog
Auch die orthodoxen Kirchen begrüßten die Wahl Papst Benedikts XVI., denn Joseph Ratzinger ist dort schon lange als Theologe hoch angesehen. Bisher ist es allerdings noch nicht zu einer direkten Begegnung zwischen dem Papst und dem Patriachen der russisch-orthodoxen Kirche gekommen. Beide Kirchen stellen allerdings die Gemeinsamkeiten heraus.
Ein Zeichen der besonderen Anerkennung Papst Benedikts XVI. im größten orthodoxen Land der Erde ist die Ausstrahlung eines Films über die Lebensstationen des Joseph Ratzinger im russischen Staatsfernsehen. Er wurde von KIRCHE IN NOT mitproduziert. Am Ende des Beitrags wendet sich der Papst auf Russisch an die Gläubigen. Den Beitrag können Sie sich in unserer Medienbox ansehen oder bei uns unentgeltlich bestellen.
Auch der Dialog mit dem Judentum und dem Islam sind Kernstücke des Pontifikats Papst Benedikts. "Der beste Weg führt über einen authentischen Dialog (…), der auf der Wahrheit gründet und durch den ehrlichen Wunsch geleitet ist, einander besser kennen zu lernen, unsere Unterschiede zu respektieren und unsere Geimeinsamkeiten zu erkennen", sagte er 2006 bei seinem Besuch in der Türkei.
"KIRCHE IN NOT ist ein Geschenk der Vorsehung"
Als Hilfswerk päpstlichen Rechts sind wir dem Heiligen Vater besonders verbunden und verpflichtet. Im Testament unseres Gründers Pater Werenfried steht: "Es soll nicht nur ein Befehl, sondern auch ein Wunsch des Heiligen Vaters genügen, um ein Projekt anzunehmen."
Aber auch Papst Benedikt XVI. fühlt sich unserem Hilfswerk verbunden. "Das von Pater Werenfried ins Leben gerufene Hilfswerk ist ein Geschenk der Vorsehung", schrieb er uns einmal. "KIRCHE IN NOT hilft dem Glaubenden in Not, hilft der Not des Glaubens und tut damit das, was für unsere Welt am allermeisten nötig ist."
Quelle: Pressemeldung KIRCHE IN NOT / Ostpriesterhilfe Deutschland e.V.
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